Wie bilden sich Aktienkurse?

Die Kursentwicklung ihrer Aktien ist für Investoren das Um und Auf. Doch wie informiert man sich am Besten über aktuelle Kurse, Hintergrund und Perspektiven?

Wie Angebot und Nachfrage den Aktienkurs bestimmen

Als Aktienkurs wird der aktuelle Preis einer an der Börse gehandelten Aktie bezeichnet. Diesen Kurs bestimmt letztlich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, und zwar zum Zeitpunkt der Kursbildung. Und je nach dem wie sich dieses Verhältnis entwickelt, steigt oder sinkt ein Kurs. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, steigt der Wert deiner Aktie, werden mehr Papiere angeboten als nachgefragt, sinkt er. Weil sich dieses Verhältnis ständig ändern kann, kann es auch ständig zu Kursentwicklungen kommen.

Starkes Interesse treibt die Kurse in die Höhe

Im Prinzip funktioniert das so: Entwickelt sich das Unternehmen insgesamt günstig, wird der Kurs deiner Aktie in aller Regel steigen, entwickelt es sich ungünstig, wird er sinken. Steht zum Beispiel die Markteinführung eines viel versprechenden Produktes bevor, oder wird dem Unternehmen oder auch der jeweiligen Branche eine besonders interessante Zukunft prophezeit, so wird eine große Zahl von Investoren versuchen, von der erwarteten Entwicklung zu profitieren. Ist diese Aktie sehr begehrt, werden Investoren auch bereit sein, einen höheren Preis dafür zu zahlen. Gleichzeitig werden immer weniger Inhaber bereit sein, ihre Aktien zu verkaufen. Als Folge der großen Nachfrage und des geringen Angebotes werden die Kurse steigen und du als Aktionär profitierst davon.

Sinkendes Interesse, sinkender Kurs

Das kann natürlich auch andersherum funktionieren: Verkaufen sich zum Beispiel die Produkte eines Unternehmens zunehmend schlecht, steigen die betriebswirtschaftlichen Kosten, oder werden schwer wiegende Fehler des Managements bekannt, so werden Aktionäre das Vertrauen in diese Aktie verlieren und sie zu verkaufen trachten. Weil dann das Angebot zu- und die Nachfrage abnimmt, fällt der Kurs der Aktie so lange, bis ausreichend Investoren bereit sind, dieses Wertpapier zu kaufen.

Wie liest man die Kurstabellen der Zeitungen?

Eine Reihe von deutschen Tageszeitungen widmen dem DAX und den an der Deutschen Börse notierten Unternehmen eine Extra-Rubrik. Dort werden die Entwicklungen des wichtigsten deutschen Aktienindex und der am meisten gehandelten Aktien in Form einer Tabelle dargestellt und kommentiert.

Häufig wird die Entwicklung des DAX auch mit anderer Börsen-Indizes verglichen, um Rückschlüsse auf die allgemeine Stimmung auf den deutschen Aktienmarkt zu ermöglichen. Als Aktionär kannst du anhand der Index-Entwicklung auch beurteilen, ob dein Investment besser oder schlechter abgeschnitten hat als der allgemeine Trend.

Tagesbilanz: Höchst- und Tiefststand

Bei den einzelnen deutschen Blue-Chips wird unter anderem angeführt, welchen Höchst- und welchen Tiefststand der Kurs am jeweiligen Börsetag erreicht hat, welcher Stand beim Handelsschluss erreicht wurde und wie sich diese Ergebnisse zu jenen des vorangegangenen Handelstages verhalten. Anhand einer Liste mit „Gewinnern“ und „Verlierern“ kannst du außerdem auf einen Blick überprüfen, ob deine Aktien zu einer dieser Gruppen zählen.

Was bedeuten die Kurszusätze?

Hinter dem Kurs verschiedener Aktien finden sich als Kürzel die so genannten Kurszusätze. Sie bieten dir Informationen, die besondere Rückschlüsse gestatten. Der Kurszusatz eB steht für „ex Bezugsrecht“ und gibt an, dass der Wert des Bezugsrechtes am Tag, an dem das Bezugsrecht endet, vom Kurs der Aktie abgezogen wurde. eD bedeutet „ex Dividende“ und bedeutet, dass am Zahlungstag der Dividende ein Kursabschlag in der Höhe der Dividende vorgenommen wurde.

Was bieten dir online Kurstabellen?

Kurstabellen findest du natürlich in großer Zahl auch im Internet. Das WWW versetzt Börse- und Wirtschaftsjournalisten in die Lage, Aktualität mit Hintergrundinformation derart erfolgreich zu kombinieren, dass inzwischen so gut wie alle wirtschaftsorientierten Zeitungen und Zeitschriften den Schwerpunkt ihrer Börsenberichterstattung ins Internet verlegt haben. Es gibt inzwischen auch eine Reihe von Börsen-Websites, die unabhängig von Printmedien ins Netz gingen.

Ob Realtime-Kurse, Börsenticker, Hintergrundanalysen, Börsen-Lexikon, Aktienanalysen, Analyse-Tools für Wertpapiergattungen, Online-Interviews mit Experten oder E-Mail-Letters, die im Tages- oder Wochenrhythmus abonniert werden können – all das und viel mehr gehört heute zum Standard der Börsen-Berichterstattung. Solltest du an einem Informationsaustausch über Unternehmen interessiert sind, warten in den zahlreichen Chat-Communities Gleichgesinnte auf dich.

Informationen unterschiedlicher Güteklasse

Allerdings ist das Niveau solcher Informations-Services sehr unterschiedlich und es ist auch nicht immer klar ersichtlich, wer genau dahintersteckt bzw. von welchen Interessen er geleitet wird. Als Faustregel für User gilt: Zeichnet ein Unternehmen mit einem guten Namen und Ruf für die Informationen verantwortlich, kann von der Seriosität der angebotenen Informationen ausgegangen werden.

Wie profitierest du von Aktien- und Indextickern?

So genannte Aktien-, Index- oder Börsenticker, von denen es heute im Internet eine große Zahl zum Download gibt, ermöglichen es dir, auf deinem PC Börse-relevanten Informationen anzuzeigen.

Du kannst – je nach Ticker – selber auswählen, ob du Börsenkurse, Nachrichten oder dein individuelles Portfolio über den Ticker laufen lässt: Ticker lassen sich auf Wunsch nach persönlichen Prioritäten konfigurieren und liefern dir genau jene Informationen, die für deine Anlagestrategien wichtig sind. Das Benutzen der Ticker ist in aller Regel sehr günstig oder kostenlos.

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