Wo und wann sollte ich Fonds kaufen?

Beim Fondskauf hast du die Wahl zwischen deiner Hausbank, den Onlinebanken oder den Fondsgesellschaften. Es gibt aber auch mehr oder weniger unabhängige Vermittler oder Fondsshops, über die man Fonds kaufen kann.

1. Banken und Sparkassen

Am einfachsten scheint der Weg zur Hausbank. Unschlüssige werden dort von einem Mitarbeiter beraten. Vorsicht! Nicht alle Banken bieten auch Fonds der Konkurrenz an. Lass dir nicht nur hauseigene Fonds vermitteln! Was den Ausgabeaufschlag (bei Aktienfonds 3 – 5 %) angeht, so wird man bei der Bank meistens keinen Rabatt bekommen – dafür aber eine Beratung.

Orderaufgabe bei Banken und Sparkassen

Normalerweise gibst du den Kaufauftrag an den Bankmitarbeiter. Dieser kann ihn über ein Computersystem eingeben und der Fonds wird für dich in dein Depot gekauft. Wenn man keine Beratung braucht und schon weiß, welchen Fonds man haben möchte, muss man zum Fondskauf nicht mehr an den Schalter gehen. Fast alle Banken bieten mittlerweile Telefonbanking oder Onlinebanking an. Damit der Fonds noch am gleichen Tag gekauft wird, muss der Auftrag rechtzeitig der Bank vorliegen, da die Fondskurse nur einmal am Tag festgestellt werden. Die Zeiten sind allerdings von Fondsgesellschaft zu Fondsgesellschaft unterschiedlich (siehe auch: Anteilpreise: So werden Ihre Fondspreise berechnet). Der Fondskauf wird dann mit dem entsprechenden Kapitalkonto verrechnet.

2. Direktbanken

Am günstigsten bekommt man Fonds bei den Direktbanken. Hierfür muss man lediglich ein Depot bei einer Direktbank eröffnen. Bei vielen Fonds werden Rabatte bis zu 100 Prozent gewährt.

Beispiel: Wer beispielsweise den Fonds „XYZ“ von der Supermanager kaufen will, würde regulär 4,00 Prozent Ausgabeaufschlag zahlen. Bei beispielsweise Consors gekauft, wäre der Kauf dieses Fonds völlig kostenlos, da kein Ausgabeaufschlag anfällt.

Man kann manche Fonds also praktisch kostenlos kaufen. Das ist dann sogar günstiger als eine Aktie, bei der man für den Kauf Provisionen zahlt. Dafür, dass man die Fonds recht günstig erwerben kann, muss man allerdings auf eine Beratung verzichten. Man sollte sich also auskennen und wissen was man will.

Orderaufgabe bei Direktbanken

Die Kauf- oder Verkaufsaufträge werden normalerweise per Internet oder Telefon an die Direktbanken übermittelt. Man muss die Aufträge aber sehr früh eingeben, damit sie noch am gleichen Tag abgerechnet werden (bei Consors beispielsweise bis 9:30 Uhr). Wenn man den Fonds dann gekauft hat, wird der entsprechende Betrag vom Kapitalkonto abgezogen.

3. Fondsvermittler und Fondsshops

Bei Vermittlern sollte man sehr aufpassen, denn die Qualifikationen der Fondsvermittler sind sehr unterschiedlich. Es gibt leider auch Vermittler die fachlich nicht so kompetent sind. Manche Beratungsgesellschaften bilden in Crashkursen quasi über Nacht finanzunkundige zu Beratern aus, die dann lediglich eine Köderfunktion haben, bevor man sich ihrer wieder entledigt. Aber das ist zum Glück die Ausnahme.

TIPP: Erkundige dich bei dem übergeordneten Verband nach der Kompetenz des Vermittlers und lass dir Referenzen nennen. Bevor man dann einen Fonds kaufen will, sollte man mit dem Vermittler über den Ausgabeaufschlag verhandeln, um Rabatte zu bekommen.

Orderaufgabe bei Fondsvermittlern und Fondsshops

Der Vermittler nimmt die Aufträge auf. Dann wird der anzulegende Geldbetrag mit Angabe eines bestimmten Verwendungszweckes von deinem Girokonto zu der Fondsgesellschaft überwiesen. Die Fondsgesellschaft kauft nach Geldeingang entsprechend viele Anteile für dein Depot.

4. Direkt bei der Fondsgesellschaft

Wenn man kein Depot bei seiner Bank hat, kann man trotzdem einen Fonds kaufen – und zwar direkt bei (den meisten) Fondsgesellschaften. Dafür benötigt man allerdings direkt bei der jeweiligen Fondsgesellschaft ein Depot.

Das Geld für den Fondskauf überweist du von deinem normalen Girokonto zur Fondsgesellschaft, welche dann dementsprechend viele Fondsanteile in dein Depot legt. Der Vorteil hierbei ist, dass man für dieses Depot normalerweise keine Depotgebühren zahlt und dass das Wechseln von Fonds innerhalb der Fondsgesellschaft meistens kostenlos ist. Das Geld wird sozusagen nur einmal „verprovisioniert“.

Beispiel: Man kauft (wenn man starke Nerven hat) den Fonds Superspekulativ und zahlt zunächst 5,00 Prozent Ausgabeaufschlag. Nach einiger Zeit hat man beispielsweise ein paar Prozent gewonnen, und will erst einmal verkaufen, um vielleicht auf günstigere Kurse zu warten. Man kann jetzt die Superspekulativ beauftragen, das Geld in irgend einen anderen Fonds der Superspekulativ zu investieren. Für das Umschichten bezahlt man keinen Cent mehr, es sei denn, der neue Fonds hätte beispielsweise einen Ausgabeaufschlag von 6,00 Prozent. Dann müsste man die Differenz von 1,00 Prozent zahlen. Nachteil: Man kann nur Fonds der jeweiligen Fondsgesellschaft kaufen.

Orderaufgabe bei Fondsgesellschaften

Wenn man Fondsanteile kaufen möchte, überweist man üblicherweise den zu investierenden Betrag unter Angabe eines bestimmten Verwendungszwecks (z. B. Depotnummer + Name) an die Fondsgesellschaft. Diese kauft dann, die Fondsanteile. Bei einem Sparvertrag lässt man die Sparrate von der Fondsgesellschaft in der Regel monatlich per Lastschrift einziehen.

Wer Fondsanteile verkaufen oder umschichten möchte, muss dieses der Fondsgesellschaft mitteilen. Bei vielen Fondsgesellschaften geht das am Besten per Fax. Bei den meisten kann man aber auch per Telefon oder per Internet ordern.

Wie und wo kann ich ein Konto für Fonds eröffnen?

Bei einem Fondskauf muss man die Anteile, wie auch andere Wertpapiere irgendwo hinterlegen. Dies geschieht normalerweise in einem Depotkonto. Man kann dieses Depot bei einer Bank, bei einer Direktbank, oder bei der Fondsgesellschaft direkt eröffnen.

1. Banken

Der Bankangestellte wird für dich ein Depot eröffnen. Das ist im Prinzip wie eine normale Kontoeröffnung. Du musst nur deine Daten mitteilen. Bei den meisten Banken hat man auch die Möglichkeit, dass ein Bankmitarbeiter für jemanden ein Depot direkt bei der hauseigenen Fondsgesellschaft eröffnet.

2. Direktbanken

Wenn du allerdings ein Depot bei einer Direktbank oder direkt bei einer Fondsgesellschaft eröffnen möchtest, musst du die Eröffnungsformulare selbst ausfüllen. Zunächst beschafft man sich diese telefonisch, per Brief oder einfach per Internet bei den Direktbanken. Nach dem Aufüllen musst du die Unterlagen an die Direktbank zurückschicken. Die Legitimation erfolgt in den häufigsten Fällen am Postschalter durch das sogenannte Post-Ident-Verfahren. Die gesamte Kontoeröffnung dauert ca. 1 – 3 Wochen. Man bekommt eine Konto- und Depotnummer und kann dann per Internet oder Telefon seine Transaktionen durchführen.

3. Fondsgesellschaften

Wenn der Fondskauf im Rahmen einer Anlageberatung durch einen Anlageberater, Bankmitarbeiter oder freien Vermittler läuft, wird dieser für dich ein Depot direkt bei der Fondsgesellschaft eröffnen. Kauft man aber selbständig Fonds direkt über eine Fondsgesellschaft, muss man das Depotkonto auch selbst eröffnen. Bei den meisten Fondsgesellschaften ist es möglich, ein „Direktdepot“ zu eröffnen. Bei einigen Gesellschaften ist das leider nicht möglich, so dass man die Fonds über eine Bank oder einen Vermittler kaufen muss.

Die „Direktdepoteröffnung“ bei einer Fondsgesellschaft läuft im Prinzip genauso, wie die bei einer Direktbank. Man lässt sich zunächst die erforderlichen Unterlagen zukommen und sendet diese, nachdem man sich legitimiert hat (beispielsweise durch das Post-Ident-Verfahren), ausgefüllt an die jeweilige Fondsgesellschaft zurück. Nach kurzer Zeit erhältst du dann eine Depotnummer und kannst direkt bei der Fondsgesellschaft Fonds kaufen.

Wann sollte man Fonds kaufen?

Das kommt ganz auf die jeweils verfolgte Anlagestrategie und den Anlagehorizont an. Eines steht aber fest: Immer am Tief zu kaufen, und am Hoch zu verkaufen ist Glück. Wenn man Geld langfristig anlegen will, ist das auch nicht wichtig. Ein Börsenguru hat einmal gesagt, dass man das Geld dann in den Aktienmarkt investieren soll, wenn man es hat. Würde man beispielsweise darauf warten, bis der Aktienmarkt fällt, kann es sein, dass einem der Markt „davonsteigt“ ohne selbst dabei zu sein.

Beispiel: Der DAX steht derzeit nahe an seinem höchsten Punkt, so dass der Markt schon sehr teuer ist. Viele Anleger würden wohl auf eine Korrektur warten, um günstiger einzusteigen, doch leider gab es erst mal keine Korrektur mehr. Der Markt stieg von ca. 7.000 Punkte innerhalb der nächsten zwei Jahre auf über 10.000 Punkte. Das Niveau von 7.000 Punkten wurde nie wieder erreicht, obwohl die Kurse damals doch teuer erschienen.

Wer kurzfristig mit Aktienfonds spekulieren möchte, sollte auf jeden Fall eine Strategie haben, um nicht planlos „herumzuhandeln“. Daraus ergeben sich die Einstiegssignale, welche bei jedem Anleger unterschiedlich sind.

Bei einem Fondssparplan, stellt sich die Frage nach dem optimalen Einstiegszeitpunkt erst gar nicht. Es wird regelmäßig, beispielsweise jeden Monat ein fester Betrag in einen Investmentfonds gespart. Der positive Nebeneffekt besteht darin, dass man die gekauften Fondsanteile insgesamt zu einem günstigeren Durchschnittskurs erhält. Diesen Effekt nennt man auch Cost-Average-Effekt.

Wann sollte man Fonds nicht kaufen?

Wie bereits festgestellt, sollte man Aktienfonds immer dann kaufen, wenn man das Geld hat – vorausgesetzt man will langfristig investieren. Wenn man allerdings weiß, dass man über das Geld kurzfristig verfügen muss, sollte man keine Aktienfonds kaufen. Einerseits ist die kurzfristige Entwicklung von Aktienfonds wenn überhaupt nur sehr schwer vorhersehbar. Es könnte also sein, dass die Kurse gerade unter dem Kaufkurs notieren, wenn man das Geld gerade benötigt. Andererseits würde eventuell der Ausgabeaufschlag zu stark ins Gewicht fallen, wenn man keinen Tradingfonds kauft. Wer Geld kurzfristig anlegen will, muss aber nicht auf Fonds verzichten. Eine sehr gute Alternative zu kurzfristigen Festgeldanlagen bei der Bank ist durchaus der Geldmarktfonds.

Wann sollte man Fonds verkaufen?

Das kommt wieder ganz auf die jeweilige Strategie an. Wenn man langfristig investiert um beispielsweise für die Rente zu sparen, dann sollte man auch bei etwas stärkeren kurzfristigen Abwärtsbewegungen auf gar keinen Fall die Nerven verlieren. Wenn man allerdings kurzfristig spekuliert kommt es natürlich ganz auf die Handelsstrategie an. Für denjenigen, die mit sehr spekulativen Fonds handeln, welche sehr stark schwanken und in sehr risikoreiche Unternehmen oder Branchen investieren, ist es sinnvoll, die Verluste nicht anwachsen zu lassen, d. h. sie rechtzeitig zu begrenzen wenn es abwärts geht.

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