Das sind die schlimmsten Fondsanlagefehler

Speziell der Fondsneueinsteiger muss genau aufpassen, das er die richtigen Fonds kauft und dass ihm durch Fehler in der Auswahl keine zusätzlichen Kosten oder vermeidbare Verluste entstehen. Im Folgenden werden einige Anlagepatzer aufgeführt, die man versuchen sollten zu vermeiden.

1. Fehler: Man kauft Fonds, ohne auf die Streuung zu achten

Fonds sind im Prinzip gut gestreut – das ist die Idee dieser Anlageart. Doch bei speziellen Fonds werden eben nur Unternehmen einer bestimmten Branche oder einer bestimmten Region gekauft.

Wenn man sein Geld in einen solch speziellen Fonds investiert, hat man zwar die Chance auf eine hohe Rendite – man kann aber auch schnell Schiffbruch erleiden. Das geht häufig viel schneller als man denkt. Es ist besser sein Geld auf verschiedenen Regionen und Branchen aufzuteilen. Das Gewinnpotential ist dann zwar nicht mehr so hoch, aber dafür ist ein kontinuierlicherer Wertzuwachs mit weniger Kursschwankungen sehr wahrscheinlich.

Auch wenn man nicht viel Geld in Fonds anlegen möchte, so kann man doch einen Fonds kaufen, der innerhalb seines Vermögens recht weit streut. Geeignet sind hierbei besonders Fonds, die international und in Blue Chips der verschiedenen Branchen investieren.

2. Fehler: Man kauft für einen bestimmten Anlagezeitraum den falschen Fondstyp

Würdest du, wenn du für dein Alter vorsorgen willst einen Tradingfonds kaufen? Hoffentlich nicht! Im ersten Moment ist ein Tradingfonds zwar billiger, weil er keinen Ausgabeaufschlag hat. Die jährlichen Verwaltungsgebühren sind allerdings um einiges höher als bei „normalen“ Fonds.

Langfristig fährt man wesentlich besser, wenn man anfangs 3 – 5 Prozent Ausgabeaufschlag bezahlt, dafür aber geringere jährliche Verwaltungsgebühren hat. Wer allerdings mit Fonds relativ schnell und kurzfristig handeln möchte, sollte auf jeden Fall auf Tradingfonds zurückgreifen. Mit einem „normalen“ Fonds würde das hin und her, die Taschen nämlich relativ schnell leer machen.

3. Fehler: Man kauft einen Fonds, der nicht zu einem passt

Hast du Fonds in deinem Depot, obwohl du gar nicht weißt in welche Werte er investiert? Nein? Das ist gut! Doch es gibt bestimmt eine ganze Reihe von Leuten, die Fonds haben und gar nicht wissen, in welche Firmen die Fonds das Geld der Anleger investieren.

Das ist aber ganz wichtig, denn nur wenn man weiß, wie der Fondsmanager die Kundengelder anlegt (spekulativer oder konservativer), kann man auch erkennen, ob der Fonds überhaupt zu einem passt. Denn wenn man spekulativere Fonds in seinem Depot hat, aber eigentlich nur mittelmäßig risikobereit ist, kann es vorkommen, dass das Depot Kursverluste erleidet, die man nicht einkalkuliert hatte. Wer selbst auf Einkaufstour geht, sollte sich die Fonds genau anschauen und herausfinden, ob sie von der Anlagementalität zu einem passen.

Bei einer guten Beratung dürfte dieses Problem allerdings nicht vorkommen, da sich ein kompetenter Berater zuvor über die Risikobereitschaft seines Kunden genau informiert.

4. Fehler: Man wird gierig und kauft „blind“

Besonders dann, wenn die Börsen richtig anfangen durchzustarten, werden viele Anleger euphorisch. Sie sehen, wie ihr Depot von Tag zu Tag größer wird und die Börse sich anscheinend zu einer Einbahnstraße entwickelt. In diesen Zeiten erkennen viele Anleger nur noch das enorme Potential der Börsen und vernachlässigen das Risiko, welches allerdings unbemerkt immer stärker anwächst. Viele Anleger investieren dann immer mehr Geld und tendieren häufig dazu, eher spekulativere Fonds zu kaufen. Es ist eben die Gier die einen treibt.

Doch wichtig ist es, in diesem Moment objektiv zu bleiben. Am besten ist es, wenn man seiner bisherigen „Anlagestrategie“ treu bleibt und nicht in spekulativere Sachen umschichtet, oder noch mal schnell ein paar Fondsanteile dazu kauft. Nicht selten würde man die Höchstkurse erwischen, bevor die Korrektur einsetzt.

Das beschriebene Szenario konnte man beispielsweise im Frühjahr 2000 erleben. Die Technologiewerte zogen extrem stark an. Viele Kunden tauchten in den Banken auf, um noch schnell ein paar Neue Markt-Fonds oder Aktien zu kaufen. Darunter Leute, die noch nicht mal wussten, was der Neue Markt eigentlich ist. Sie hatten das vielleicht nur in den Medien gehört und wollten bei der „Megarally“ dabei sein. Auf jeden Fall wurde gekauft. Wie das dann endete, weiß heute jeder. Diejenigen, die zu spät dabei wahren, hatten teilweise auch in Fonds über 30 Prozent Verlust. Daher gilt: Werd nicht gierig und behalte auch in „heißen“ Börsenphasen einen klaren Kopf.

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