Ausstattungsmerkmale eines Optionsscheins

Ein Beispiel: Im Kursteil einer bekannten Fachzeitschrift fand man unter „Covered Warrants auf deutsche Aktien (Calls)“ folgende – verkürzt dargestellte Zeile:

OptionsscheinWPKNBörsenplatzLaufzeitBezugsverhältnisBasispreisKurs
Basisinstrument
OS-Kurs
08.02.00
OS-Kurs
15.02.00
 Siemens 99 (Rabobank)832098Frankfurt19.09.0110:175.00170.50
EUR
10.0710.55
EUR G

Anschließend folgen einige Kennzahlen des Optionsscheines. Auf deren Bedeutung werde ich jedoch erst später eingehen.

Es handelt sich also um einen Call-Optionsschein auf die Siemens-Aktie. Diese ist somit Basiswert des vorliegenden Optionsscheins. Der Wert des Optionscheins hängt in erster Linie vom Kurs der Aktie ab (wie im Vergleich der Wert der Option vom „Kurs“ des Cheeseburgers!). Die Zahl 99 bezeichnet das Jahr, in dem der Optionsschein emittiert wurde, Emittent des Optionsscheins ist die Rabobank.

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Die sechsstellige Nummer dahinter ist die Wertpapierkennummer (WPKN) des Optionsscheins; mit ihrer Hilfe lässt sich jedes Wertpapier – auch Aktien usw. – eindeutig identifizieren. Die angegebenen Kurse stammen vom Börsenplatz Frankfurt, an dem der Optionsschein unter anderem gehandelt wurde. Der Optionsschein hat eine Laufzeit bis zum 19. September 2001, dieser Tag ist der letztmögliche Termin zur Ausübung des Optionsrechtes. Der Handel der Optionsscheine an der Börse endet allerdings üblicherweise bereits einige Tage vorher. Bei Unklarheiten diesbezüglich sollte man sich nicht scheuen, den Emittenten zu kontaktieren und die genauen Ausübungsmodalitäten zu klären. Diese sind regelmäßig in den Emissionsprospekten nachzulesen.

Das Optionsverhältnis oder Bezugsverhältnis drückt aus, wie viele Einheiten des Basiswertes der Inhaber des Optionsscheins bei Ausübung beziehen kann, bzw. wie viele Optionsscheine zum Bezug eines Basiswertes benötigt werden. Das Bezugsverhältnis von 10:1 besagt hier, dass zum Bezug einer Aktie 10 Optionsscheine benötigt werden. Leider werden häufig immer noch unterschiedliche Schreibweisen für denselben Tatbestand verwendet. So kann „10:1“ auch in anderen Zeitschriften oder auf verschiedenen Internetseiten „10 Basiswerte für 1 Optionsschein“ bedeuten.

Die Zahl 75.00 ist der Basispreis. Dies ist der im voraus festgelegte Preis, zu dem man bei Ausübung des Optionsrechtes den Basiswert kaufen (bei Put: verkaufen) kann. 10 Optionsscheine berechtigen also hier zum Bezug einer Siemens-Aktie zum Kurs von EUR 75.00, unabhängig davon, wo der aktuelle Kurs der Aktie tatsächlich steht! Den aktuellen Kurs der Aktie (Kurs Basisinstrument) findet man direkt dahinter: Er betrug am 15.2.2000 170.50 Euro.

Die letzte Zahl gibt den aktuellen Kurs des Optionsscheins an: 10.55 Euro am 15.2.2000. Zum besseren Überblick über die momentane Entwicklung steht davor noch der Kurs der Vorwoche. Der Optionsschein stieg also in der vergangenen Woche von 10,07 Euro auf 10,55 Euro – ein Gewinn von knapp 5 %.

Noch etwas fällt bei genauerem Hinsehen auf: Die Aktie kann man am 15.2. für 170.50 Euro kaufen. Erwirbt man sie jedoch über den „Umweg“ Optionsschein, dann muss man tiefer in die Tasche greifen: Die Aktie kostet zwar dann nur 75.00 Euro, aber man benötigt 10 Optionsscheine, um eine Aktie zum Basiskurs kaufen zu können. Die Gesamtkosten beliefen sich also auf

 75.00 Euro (Aktie zum Basispreis)

+    105.50 Euro   (Preis für 10 Optionsscheine)

=    180.50 Euro  (Transaktionskosten wurden nicht berücksichtigt!)

Der Bezug des Basiswertes über den Optionsschein ist also teurer als der direkte Kauf. Der Käufer eines Optionsscheines muss ein „Agio“ oder „Aufgeld“ bezahlen.

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