Die richtigen Quellen für eine gute Aktienauswahl

Wer aktiv am Geschehen an der Börse teilnehmen und sich nicht nur auf seinen Bankberater verlassen will, braucht die richtigen Informationen. Mittlerweile buhlen die unterschiedlichsten Medien mit den vielfältigsten Angeboten um den Privatanleger. Zunächst ist folgende Unterscheidung sinnvoll: Aktualität versus Hintergrundinfos. Aktuelle, ständig aktualisierte Börsenkurse gibt es im Fernsehen, hier speziell im Videotext, im Internet und über Telefonansagedienste. Gratis ist dabei nur das Fernsehen. Das Manko: Die Kurse der Einzelaktien erscheinen zeitverzögert (zwischen 15 und 20 Minuten) und immer nur nacheinander auf Laufbändern, wenn man keinen Videotext hat, wo übersichtliche Tafeln zu finden sind. Indizes und Devisenkurse gibt es dafür fast immer ohne Zeitverzögerung – „realtime“ heißt das Schlagwort.

Hintergrundinfos, z. B. Unternehmensnews, gibt es im Fernsehen leider nur selektiv – was den Redakteuren halt interessant erscheint. Das Internet bietet da reichlich mehr als der Fernseher: Man ist sein eigener Programmchef und kann gezielt aus verschiedenen Quellen Informationen suchen und zusammenstellen – von der Presseerklärung bis zum Chart. Im Internet bekommt man sogar Realtime-Kurse für Einzelaktien.

Zur reinen Kursinformation ist die gute alte Tageszeitung mit Vortageskursen heute völlig out. Aber sie bietet ausführliche Hintergrundinfos, z. B. Statistiken der Unternehmenskennzahlen. Weniger aktuell, aber nicht unbedingt ausführlicher, berichten wöchentliche Zeitschriften in Hochglanz über das Geschehen an der Börse.

Die wichtigsten Vertreter

Fernsehsender:

  • n-tv: Der Klassiker in Deutschland, aber nicht wirklich professionell, sondern gezielt auf den Kleinanleger gerichtet. Nur ein Laufband für Indizes und Einzelaktien. Aber detaillierter Videotext. Kein reiner Wirtschaftssender.
  • Bloomberg TV: Gut aufgemacht: Doppeltes Laufband, Zwei Kursboxen für Indizes, eine für Unternehmens- und sonstige News.
  • CNBC: Englischsprachig, aber sehr professionell. Doppellaufband und Kursbox. Viele Experteninterviews.

Zeitungen und Zeitschriften:

Das Handelsblatt ist die Finanzzeitung in Deutschland. Der interessierte Kleinanleger muss nicht regelmäßig lesen, aber sporadische Lektüre ist ratsam. Daneben sind die englischsprachigen Klassiker wie die Financial Times oder das Wall Street Journal eine Alternative.

Wöchentlich erscheinen Magazine wie Börse Online, Der Aktionär oder Das Wertpapier, letzteres herausgegeben von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, der DSW (auch Aktionäre haben eine Lobby). Zum allgemeinen Wirtschaftsgeschehen informiert die WirtschaftsWoche, der „Spiegel“ unter den Wirtschaftsmagazinen.

Eine Besonderheit stellen die sogenannten Börsenbriefe dar. Das sind regelmäßige, von Analysten geschriebene Publikationen zur Besprechung einzelner Werte. Sie haben durch Insidervorwürfe (ein bekannter Analyst empfiehlt seinem Publikum eine Aktie, die er selber vorher gekauft hat, um von den Kurssteigerungen zu profitieren) ein schlechtes Image und sind zudem oft sehr teuer, weil sie abonniert werden müssen. Erfolgreiche Autoren mit großer Anhängerschaft werden ironisch als „Gurus“ bezeichnet.

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