Bullen- und Bärenmarkt: Was machen Bullen und Bären an der Börse?

Was bedeuten die Begriffe Bulle und Bär? Und warum verwendet man sie so oft im Zusammenhang mit der Börse? Fragen über Fragen und hier gibt es die passenden Erklärungen. Oder sind es doch nur Vermutungen?

An der Börse beherrscht die ständige Frage nach der künftigen Kursentwicklung das Geschehen. Geht es nach oben, reagiert der Markt also „bullish“? Oder wird die Börse von fallenden Kursen geprägt, herrscht also Bärenstimmung? Vielleicht hast du dich ja auch schon einmal gefragt, warum man eigentlich den optimistischen Investor als Bullen, den pessimistischen Investor jedoch als Bären bezeichnet?

Ursprung in blutigen Kämpfen?

Am wahrscheinlichsten ist wohl diese Geschichte die den Ursprung der beiden Symbolfiguren in den Zeiten des Goldrausches in Kalifornien vermutet. Dort wurden zum „Vergnügen“ der Goldsucher hin und wieder Schaukämpfe zwischen Stieren und Grizzlybären veranstaltet, die alle Digger der Umgebung anzogen um Wetten auf die Tiere abzuschließen. Jedes der beiden Tiere hatte dabei eine andere Art zu gewinnen. Der Bulle siegte immer dann, wenn es ihm gelang den Bären auf seine Hörner zu nehmen und ihn von unten nach oben zu schleudern. Der Bär wiederum konnte gewinnen, indem er den Bullen mit seinem Gewicht und seinen Pranken nach unten drückte.

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Mit Kämpfen hängt auch eine weitere Geschichte für den Ursprung der Ausdrücke zusammen. Die Anleger hätten sich wie die beiden Tiere benommen, wenn sich ihre Erwartungen nicht erfüllt hätten. Das scheint glaubwürdig, wenn man bedenkt, dass die Händler im Jahre 1761 wegen „rowdyness“ aus den königlichen Handelssälen verbannt wurden und in der Folge die spätere Londoner Börse gründeten.

Die sprichwörtliche Spekulationslust?

Der Ursprung könnte aber auch auf die schon damals wilde Spekulationslust der Händler zurückzuführen sein. Die Anleger trafen sich im 17. Jahrhundert in den Londoner Kaffee-Häusern, um Unternehmensanteile zu handeln. Es gab Spekulanten, die in der Hoffnung auf Kursstürze Aktien verkauften, die sie gar nicht besaßen. Einer Redewendung zufolge verkauften sie das Bärenfell, bevor sie den Bären überhaupt geschossen hatten. Von da an wurden die Händler, die sinkende Kurse erwarteten, als Bären bezeichnet.

„Verhaltensforschung“

Die meisten Börsianer ziehen aber eher das Verhalten der Tiere als Erklärung heran. Der Bulle ist offensiv und stürmisch. Er begegnet dem Gegner aufgerichtet und angriffslustig und wirft ihn mit seinen Hörnern nach oben – und steht somit für den rasanten Aufschwung am Aktienmarkt (Hausse oder engl. bullish). Der Bär dagegen verhält sich beim Kampf eher defensiv, ruhig und gelassen. Im aufrechten Gang lässt er sich beim Angriff auf seine Feinde herabfallen. Ähnlich wirken die Erwartungen von Börsen-Bären beim Abschwung der Kurse (Baisse oder engl. bearish). Der Kampf zwischen Bulle und Bär versinnbildlicht also den Streit der Börsianer, ob es nun rauf oder runter geht. Und deshalb werden auch heute die optimistischen Anleger, die auf nach oben gerichtete Kursentwicklung setzen auch als Bullen bezeichnet, während man einen pessimistischen Börsianer mit dem Bären vergleicht. Das Geschehen an der Börse gleicht also einem ständigen Kampf zwischen diesen beiden Tieren.

Phantasie der Börsianer

Und vielleicht kann man auch das lautstarke Treiben bei Aufwärtsbewegungen auf dem Börsenparkett mit dem Wutschnauben und lautem Brüllen der Bullen vergleichen, während bei Abwärtsbewegungen wohl eher ein Grummeln oder auch Bärenbrummen zu hören ist?

So, nun weißt du warum man von einem Bullen- oder Bärenmarkt spricht und was diese beiden Tiere überhaupt mit der Börse zu tun haben – Börsianer sind eben phantasievolle Menschen.

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