Börsencrash: Handelt es sich um einen Crash oder eine Korrektur?

In Zeiten turbulenter Börsenbewegungen ist es meist sehr hilfreich, den Unterschied zwischen Korrektur oder Crash bzw. zwischen Konsolidierung oder Mini-Crash zu kennen. So lassen sich auch in unruhigen Zeiten die richtigen Entscheidungen treffen. Der inzwischen fast schon inflationäre Gebrauch des Wortes Crash drückt nämlich nur selten die wahre Stimmung an den Märkten aus.

Bezüglich sinkender Aktienkurse unterscheidet man, wie bereits angesprochen im allgemeinen zwischen Konsolidierung, Korrektur und Crash. Die drei Formen des Kursrückgangs unterscheiden sich vor allem in ihrer Stärke (Intensität) voneinander. Die Dauer spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Konsolidierung – Kurze Verschnaufpause

In einem mittel- bzw. langfristigen Aufwärtstrend steigen die Kurse nicht immer, sondern fallen auch zwischendurch. Dies ist Voraussetzung, um neue Höchststände, sei es bei einem Index oder einem Einzelwert, zu erreichen. Denn ein stetiges Steigen der Kurse ohne eine durchaus auch länger andauernde Pause wäre tödlich für den Markt und würde dazu führen, dass sehr schnell Crashgefahr aufkommen würde. Bildlich gesehen holt der Markt zwischendurch „Luft“, um weiter steigen zu können. In solchen Konsolidierungsphasen sind Kursrückgänge um ca. 5 % bei einzelnen Aktien bzw. beim Index ganz normal und bieten denjenigen, die den Trend bisher verpasst haben, eine Chance zum günstigeren Neueinstieg.

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Eine Konsolidierung kann sehr kurz sein (zum Beispiel nur ein oder zwei Tage), aber auch länger dauern (eine oder gar mehrere Wochen). Während einer Konsolidierung können sich die Kurse auch seitwärts bewegen.

Korrektur – Eine Chance für Neueinsteiger

Eine Korrektur ist im Vergleich mit einer Konsolidierung meist deutlich heftiger und dauert länger. Sie tritt nach einer länger dauernden Aufwärtsbewegung ein. Bei einem Index kann Sie laut der Elliot-Wellen-Theorie in drei Wellen erfolgen. Die Kursrückgänge halten sich aber dennoch in Grenzen und betragen je nach Intensität der Korrektur zwischen 10 und 20 %. Langfristig orientierte Anleger sollten während einer Korrektur ihre Aktienbestände nicht verkaufen, zum einen aus dem Grund, weil man nicht genau weiß, wie lange die Korrektur dauert und zum anderen, weil jeder Kauf und Verkauf Transaktionskosten verursacht. Wer professionell handelt, kann vielmehr sein Depot durch Zukauf von Optionsscheinen bzw. Optionen gegen größere Kursrückgänge, die bei einzelnen Werten nicht ausgeschlossen sind, absichern.

Ähnlich wie bei einer Konsolidierung bietet eine Korrektur dagegen den Neueinsteigern eine Chance, Aktien an der Börse günstiger erwerben zu können. Auch kurz- bis mittelfristig orientierte Trader können eine Korrektur nutzen, um die Performance zu erhöhen.

Crash – Angst geht unter Anlegern um

Im Gegensatz zur Konsolidierung und Korrektur ist ein Börsencrash durch einen dramatischen Abfall der Kurse innerhalb kurzer Zeit als Vorbote oder Ausdruck einer sich abzeichnenden Angst um eine weltweite Wirtschaftskrise, meistens im Zusammenhang mit entsprechenden Entwicklungen am Anleihemarkt (Zinsanstieg) gekennzeichnet. Bei einem Crash sind außerdem Panikverkäufe zu beobachten. Die Aktienkurse können tagsüber um 20 % und mehr fallen. Nach einem starken Crash muss es nicht sein, dass sich die Kurse automatisch erholen, wenn zum Beispiel wirtschaftliche Entwicklungen eine zentrale Rolle spielen.

Der erste Börsencrash fand 1929 an der New Yorker Börse statt, riss alle übrigen Finanzplätze mit sich und läutete die Depression der dreißiger Jahre ein. Im Jahre 1962 und am 19. Oktober 1987 kam es ebenfalls zu einem dramatischen Kurseinbruch an der New Yorker Börse und auch an den übrigen Börsen. Dieser Crash bewirkte einen Rückgang der Kurse in einzelnen Werten von bis zu 30 % an einem einzigen Tag. Im Gegensatz zum Crash von 1929 erholten sich die Kurse in den beiden anderen Fällen relativ schnell, so dass einige Märkte kaum ein halbes Jahr danach die erlittenen Verluste sogar wieder wettmachen konnten. Dies trifft ebenfalls auf den Einbruch von 1997 infolge der Asienkrise zu. Die Kurseinbrüche an der Wall Street wurden unmittelbar durch eine Flut von computergesteuerten Handelsprogrammen ausgelöst.

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