Warum gibt es Aktien: Diese Bedeutung haben sie für Unternehmen und Anleger!

Wer sein Geld in Aktien anlegt, der beteiligt sich am Vermögen von Aktiengesellschaften und damit an der Entwicklung der Wirtschaft. Als Aktionär bist du also Miteigentümer der Gesellschaft, deren Aktien du besitzt. Der Aktionär hat damit das Recht auf einen Anteil am Gewinn, die sogenannte Dividende. Doch weil die Dividende vom Gewinn des Unternehmens abhängt, kann sie sich mit der Ertragslage des Unternehmens ändern. Hierin unterscheidet sie sich wesentlich vom Zins aus einem festverzinslichen Wertpapier. In schlechten Jahren kann die Dividende durchaus einmal weit niedriger liegen oder in Verlustjahren sogar ganz ausfallen, in guten Jahren aber auch beträchtlich aufgestockt werden.

Oftmals viel interessanter als die Dividenden sind jedoch die Gewinnchancen aufgrund der Kursentwicklung des Wertpapiers. Der Kurs einer Aktie richtet sich einerseits nach der Leistungskraft des Unternehmens, andererseits meist noch stärker nach den Erwartungen der künftigen Erträge sowie der Einschätzung der Entwicklung der Branche und der gesamten Wirtschaft.

Einfach betrachtet lässt sich das auf folgenden Nenner bringen: Wird die Gesellschaft in Zukunft voraussichtlich weniger verdienen, so fällt der Kurs. Hält das Unternehmen gut Schritt mit der gesamten Entwicklung und ist diese aufwärts gerichtet, wird sich dies auch in einer positiven Entwicklung des Aktienkurses niederschlagen.

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Hierin liegt einerseits das besondere Risiko der Anlageform Aktie, das man niemals unterschätzen darf, andererseits aber auch die besondere Chance, die andere Anlageformen nicht bieten. Nicht zuletzt deshalb ist jedoch für den Aktionär wichtig zu wissen, dass ein langfristiges, breit gestreutes Aktienportefeuille die besten Chancen bietet. Wer sich ein solches Depot, aus welchen Gründen auch immer, nicht aufbauen kann oder will, der kann das natürlich auch durch Aktienfonds erreichen.

Aktien finanzieren die Zukunft

Doch was passiert eigentlich mit dem Geld, das man durch den Kauf einer Aktie investiert? Wenn es sich um eine neu ausgegebene Aktie handelt, dann fließt das Geld dem Unternehmen als Eigenkapital zu. Damit können beispielsweise Investitionen finanziert werden. Wenn du eine Aktie kaufst, die schon länger im Umlauf ist, so sorgst du dafür, dass dem Unternehmen das vorhandene Eigenkapital erhalten bleibt, auch wenn ein früherer Eigenkapitalgeber ausscheiden will indem der seinen Aktien verkauft.

Die Idee ist im Grunde recht einfach: Viele Personen bringen das Kapital auf, das für den Betrieb und für den Fortbestand eines Unternehmens notwendig ist. Diese Personen (die Aktionäre) teilen sich einerseits die Risiken, andererseits die Chancen des Unternehmens.

Je größer der Kapitalbedarf in einer Volkswirtschaft ist, umso mehr ist sie darauf angewiesen, dass sich möglichst viele Aktionäre an der Bildung und Zufuhr von Kapital beteiligen. Die Einrichtung eines neuen Arbeitsplatzes beispielsweise kann heute leicht mehr als eine Million Euro kosten. Oft können die Mittel für größere Produktionsanlagen und für den notwendigen Umweltschutz nur durch eine Vielzahl von Anlegern aufgebracht werden. Durch den Strukturwandel in der Weltwirtschaft ist der Bedarf an Eigenkapital größer als jemals zuvor. Und gerade in hochentwickelten Industrieländern wie der Bundesrepublik können in zunehmenden Maße nur noch hochwertige Produkte zu wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden. Zur Erhaltung des Beschäftigungsstandes und der Einkommen muss investiert werden. Dadurch steigt die Bedeutung des Eigenkapitals und der Aktie als Finanzierungsform.

Die Aktie – Ein Stück des Unternehmens

Wer eine Aktie erwirbt, erhält einen Gesellschaftsanteil, also einen Teil einer Aktiengesellschaft. Die Aktie stellt damit also ein Stück eines Unternehmens dar. Wie groß dieses Stück ist, hängt davon ab, in wie viele Stücke die Gesellschaft zerteilt ist. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die einzelne Aktie einen Nennwert besitzt und wie groß dieser ist.

Für den Wert einer Aktie ist zum einen der Wert des Unternehmens maßgeblich, an dem der Aktionär beteiligt ist, zum anderen die Anzahl der ausgegebenen Aktien. Daher ist die Diskussion über Aktiennennwerte eigentlich eher akademisch. Der Aktionär kann den Nennwert seiner Aktien nämlich getrost vergessen. Der wahre Wert der Aktie ist ihr Kurswert und der bildet sich an der Börse ständig neu im Austausch zwischen Angebot und Nachfrage. Auf Angebot und Nachfrage wirken unzählige Faktoren ein, vor allem aber die Lage des Unternehmens und die Erwartungen für dessen Zukunft. Wenn eine Aktiengesellschaft mit gutem Gewinn arbeitet, hohe Rücklagen bildet und ihre Produktion ausweitet, so stärkt sie ihre Position im Wettbewerb. Damit findet sie verständlicherweise meist mehr Interesse an der Börse als eine Gesellschaft, die Verluste und Umsatzeinbußen hinnehmen muss. Eine höhere Wertschätzung deiner Aktien führt damit zu einer besseren Kursentwicklung.

Auch die meisten Unternehmen haben dies inzwischen erkannt und stellen auf nennwertlose Stückaktien um, die der Gesetzgeber 1998 als alternative Form der Aktie eingeführt hat. Im folgenden sollen die Konzepte und die formalen Unterschiede der Aktienformen kurz erläutert werden. Die bisher übliche Form der Aktie ist die Nennwertaktie. Das bedeutet, dass auf jeder dieser Aktien ein Nennwert aufgedruckt ist, der mindestens 1 Euro betragen muss. In der Summe ergeben die Aktiennennwerte einer Gesellschaft deren Grundkapital. Und das Grundkapital wiederum ist ein in der Gesellschaftssatzung festgelegter Teil des Eigenkapitals, also der Einlage der Aktionäre.

Nennwertaktien können unterschiedliche Nennwerte aufweisen. So kann eine Gesellschaft z. B. neben 1-Euro-Aktien auch Aktien mit einem Nennwert von beispielsweise 100 Euro ausgeben. Diese entsprechen dann 100 1-Euro-Aktien und haben damit natürlich auch das 100-fache Stimm- und Dividendenrecht. Wie bereits erwähnt, wird in den kommenden Jahren die Nennwertaktie weitgehend durch die nennwertlose Stückaktie verdrängt. Die Stückaktie verzichtet auf die Angabe eines Nennwertes, sie wird ausschließlich durch ihren Anteil am Unternehmen bestimmt. Hat ein Unternehmen eine Million Aktien ausgegeben, so stellt demzufolge jede Aktie den millionsten Teil der Gesellschaft dar. Aus diesem Grund muss jede Aktie denselben Anteil an der Gesellschaft verkörpern. Obwohl mit der Stückaktie kein direkter Zusammenhang zwischen Aktie und Grundkapital mehr besteht, muss je ausgegebene Aktie ein Grundkapital von mindestens einem Euro vorhanden sein.

Stellt ein Unternehmen seine Aktien auf Stückaktien um, bleibt für die Aktionäre allerdings meist alles beim Alten. Für eine 1-Euro-Aktie erhältst du eine Stückaktie, dein Anteil am Unternehmen und daher auch der Wert der Aktien verändert sich nicht. Auch für die Inhaber von Vorzugsaktien oder Stammaktien ergibt sich bei der Umstellung auf Stückaktien keine Veränderung. Die Unterscheidung von Vorzugs- und Stammaktien bleibt auch nach der Umstellung erhalten. Hatte der Aktionär zuvor Aktien mit höherem Nennwert, so erhält er dafür mehrere Stückaktien, im erwähnten Beispiel der 100-Euro-Nennwert-Aktie also nun 100 nennwertlose Stückaktien.

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